Es ist endlich wieder Frühjahr und den meisten von euch juckt es wahrscheinlich schon unter den Fingernägeln, um wieder in der Erde zu wühlen. Mir geht es jedenfalls so.

Wenn jemand jedoch neu zu Gärtnern beginnt, kann es sehr schwierig sein um herauszufinden, was wann wo gemacht werden muss.

Gründe für eine neue Beetplanung können neu angelegte Beete sein, notwendige Beetrotation wegen den Nährstoffen oder der Fruchtfolge. Auch geänderte Bedürfnisse an den Garten machen eine neue Planung von Zeit zu Zeit notwendig.

Eine Möglichkeit sind natürlich eine Vielzahl von Gartenbüchern, welche bereits vorgefertigte Beetplanungen enthalten.

Oft aber decken die sich nur zum Teil mit unseren Bedürfnissen. Ich lasse mich gerne davon inspirieren, passe aber vieles an und manchal beginne ich auch bei Null.

Ich stelle dir hier vor, wie ich dabei vorgehe.

Als erstes erstelle ich eine Liste mit allen Pflanzen, die wir uns für den Garten wünschen. Hier ist es sinnvoll, alle beteiligten Parteien zu Wort kommen zu lassen.

Es müssen nicht alle Pflanzen auf der Liste dann schlussendlich auch in den Garten kommen. Zu Beginn hilft es, sich zuerst etwas zu beschränken und bei Erfolg im nächsten Jahr dann Stück für Stück zu erweitern.

Wir brauchen ausserdem noch einen Beetliste oder ein Gartenplan mit den verfügbaren Flächen. Zu jedem Beet oder Fläche solltest du Informationen wie Fläche resp. Dimensionen, letztjährige Bepflanzung, Sonneneinstrahlung / Schattenwurf und weitere Begrenzungen und Möglichkeiten. Handelt es sich um einen neuen Garten und sind alle Beete in etwa gleich besonnt, reicht eine Liste mit den Dimensionen.

Aus unserer Pflanenliste bestimmen wir die Hauptkulturen. Das sind die Kulturen, die für uns die wichtigsten sind, aber auch diejenigen mit den längsten Wachstumszeiten und/oder spezifischen Bedürfnissen.[Anpassen] Diese Hauptkultur ist es dann auch meist, die dem Beet den Namen gibt. So gibt es bei uns ein Brokkolibeet, ein Gurkenbeet aber auch ein Wunderbeet.

Nun Suche ich mir zu allen Kulturen die jeweils passenden respektive unpassenden Nachbarn sowie Nährstoffbedarf heraus und notiere mir das in einer Tabelle oder auf Karteikarten.

Listen mit guten und schlechten Pflanznachbarn findet man zuhauf im Internet.

Auch sollte man in etwa wissen, wann einzelne Pflanzen gesäät, gepflanzt und beerntet werden. Hier ist es noch wichtig zu unterscheiden, ob man Pflanzen selbst aufziehen oder bereits Setzlinge kaufen möchte.

Als letztes brauchen wir noch eine ungefähre Vorstellung vom Platzbedarf der einzelnen Pflanzen.

Diese Informationen zusammenzutragen braucht ziemlich Zeit. Nimm dir diese Zeit, auch wenn es eine etwas mühsame Arbeit ist.

Wenn du dir ein gutes System erarbeitest um diese Informationen für später zu behalten, musst du dies auch nur einmal machen und kannst jedes Jahr wieder darauf zurückgreifen.

Wenn ich alle diese Informationen zusammengetragen habe, versuche ich Gruppen von zusammen passenden Pflanzen zu finden. Diese Gruppen sind nicht abschliessend, sondern einfach mal ein Startpunkt.

Nun gehe ich von den Hauptkulturen aus und platziere diese in einem Beet. Dies kann auf einem Notizblatt geschehen, dabei zeichne ich oft ein Rechteck welches das Beet repräsentiert, jedoch nur auf einer Länge von etwa einem Meter.

Nun zeichne ich dort meine Hauptkultur ein und beginne passende Nachbarn mit unter berücksichtigung von ihrem Platzbedarf einzuzeichnen.

Eine der grossen Schwierigkeiten ist nun der Zeitfaktor. Es kann gut sein, dass eine Kultur auf dem Beet früh gepflanzt und kurze Zeit später schon wieder abgeerntet wird, worauf später dann eine andere Kultur am selben Ort folgt.

Hierzu nutze ich jeweils mehrere Zeichnungen für verschieden Stadien des Beets, welche ich mit den entsprechenden Monatsnamen versehe. Eine andere Möglichkeit ist es, mehrere Farben für verschiedene Zeitpunkte zu nutzen.

Auch diese Arbeit nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch, aber es lohnt sich dies gut zu planen.

Sind alle Hauptkulturen in einem Beet untergebracht, sehe ich nochmals die Liste mit den Pflanzen durch. Sind noch ein paar aussen vor geblieben versuche ich entweder sie in einem bestenden Beet unterzubringen, ein neues zu planen , ob sie irgendwo in einem Topf wachsen könnten oder aber überlege mir, ob ich auf die Pflanzen in diesem Jahr verzichten möchte.

Wenn dies erledigt ist haben wir nun eine Pflanzliste mit unseren gewünschten Pflanzen. Diese können wir nun mit unserer physischen Beetliste abgleichen um unsere Gartenplanung abzuschliessen.

Denk unbedingt daran, dass einzelne Beete auch geteilt werden können. Somit kannst du ziemlich genau nach deinem Bedarf planen.

Mit diesen Listen ist es nun auch ein leichtes herauszufinden, wieviel Pflanzen jeder Art du denn brauchst.

Ich wünsche dir viel Spass mit deiner Gartenplanung und würde mich sehr über ein Feedback freuen!

Wenn du deine Gartenplanung bereits selbst machst, lass mich doch wissen, wie du dabei vorgehst!