Im 2020 starte ich mein grosses Gartenprojekt.

Wir haben diesen Winter unsere Wohnung gegen ein altes Bauernhaus mit Umschwung getauscht und ich freue mich sehr darauf, dort einen grossen Garten anlegen zu können.

In den letzten Jahren habe ich mich immer wieder sehr intensiv mit der Wirtschaftlichkeit der Permakultur beschäftigt.

Die sozialen und ökologischen Aspekte eines Permakultursystems stehen nicht in Frage, aber wie sieht es mit der ökonomie aus? Wie sehr "lohnt" sich der Anbau in einem Permakultursystem?

Um dieser Frage auf den Grund zu kommen, habe ich letzten Sommer regelmässig in einer Bio-Gemüsegärtnerei gearbeitet. Ich wollte damit eine Perspektive über den Anbau von Marktgemüse gewinnen.

Diese Zeit war sehr lehrreich, doch nun brennt es mir unter den Fingernägeln um selbst aktiv zu werden.

Was mich auch sehr inspiriert hat waren Berichte von biointensivem Gemüsebau[1][2]. Ich bin nicht von allen dort verwendeten Methoden begeistert, aber es scheint ein System zu sein, welches auf kleiner Fläche mit wenig Personen und leichtem Maschineneinsatz eine grosse Menge an Gemüse produziert und, das ist ganz wichtig, sich finanziell lohnt.

Auch habe ich viele Berichte gehört und gelesen über Menschen, die ambitioniert ein grosses Permakulturprojekt gestartet haben, welches dann aber gar nicht reibungslos klappte.

Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, wenn schon ein Permakulturprinzip verlangt "Bevorzuge langsame Lösungen". Dies kommt meiner Meinung nach nicht von ungefähr, da sich neue Systeme und Subsysteme zuerst einspielen müssen.

Daher ist mein Ansatz für mein Gartenprojekt 2020 das folgende:

Ich verwende ein bewährtes System, welches ich langsam durch die Permakultur verändere

Der Garten

Naja, Garten ist eigentlich übertrieben. Aber das Haus in dem wir wohnen hat noch etwas Land ringsherum, welches aber von vorherigen Mietern nicht als Garten genutzt wurde. Stattdessen hat der Bauer, welcher das Land ringsherum bestellt, diesen Teil auch gemacht.

Da es sich nicht um fest abgestecktes Land handelt, konnte ich mit unseren Vermietern und dem Bauern eine Lösung erarbeiten, wo wir unseren Hausgarten nach vorne erweitern können und so eine rechteckige Fläche von ungefähr 1200m² dazunehmen können.

Es ist zwar sehr toll so frei zu sein, aber auch gar nicht so einfach. Zuerst habe ich auf einem Satellitenfoto einige Abmessungen vorgenommen und einige mögliche Grundformen aufgezeichnet.

Parzelle auf Satellitenfoto

Mir war klar, dass ich nicht die gesamte Fläche in einem Jahr neu erschliessen kann, deshalb habe ich mich auf etwa die Hälfte "beschränkt".

Da ich auf einem Luftbild gearbeitet habe, habe ich das erste Rechteck an den Linien des Hauses orientiert. Dies mag zwar aus der Vogelperspektive schön aussehen, ist aber bei nährerer Betrachtung nicht praktisch. Die March[1] liegt nämlich nicht paralell zum Haus und es macht mehr Sinn, unseren Garten daran auszurichten. Der Bauer hat sonst mit seinem Traktor sehr viel mehr Mühe um das Land zu bestellen.

Das betrifft einen selbst zwar nicht direkt, aber es hilft längerfristig, wenn man auch auf die Bedürfnisse der "Nachbarn" eingeht und sie einbezieht statt sie auszuschliessen (PK: Integriere, statt abzugrenzen).

Wie ich vom biointensiven Landbau gelernt habe, verwenden sie ein Beetsystem von 75cm breiten Beeten und 45cm breiten Wegen dazwischen. Dieses System übernehme ich für mein Projekt. Jean-Martin Fortier legt seine Beete mit einer Länge von 30m an, welches für meine Bedürfnisse absolut überdimensioniert ist, ich habe mich auf eine Länge von 10m festgelegt. Jeweils 4 Beete dieser Dimension ergeben eine Parzelle.

Diese Parzellen habe ich verwendet um die Dimensionen der Gartenfläche festzulegen.

Zusätzlich zu diesen Parzellen möchte ich ein Folientunnel mit einer Breite von 5m aufstellen.

So bin ich auf eine Fläche von 29m x 21m gekommen, welche ich mit Pfosten im Gelände markiert habe.

Ungefähre Fläche des Gartens auf einem Foto eingezeichnet Bei dieser Version waren es 21.5m, ich bin aber später auf 21m zurückgegangen.

Für die Einteilung dieser Fläche habe ich in einem Grafikprogramm eine massstabgetreue Parzelle gezeichnet und diese multipliziert und eingepasst.

Schematische Darstellung des Gemüsegartens Die braunen Rechtecke sind die Beete mit 30x0.75m. Die hellgraue Fläche ist das Gewächshaus mit ca 20x5m. Die dunkelgrauen Flächen sind bestehende Strukturen.

Somit habe ich 7 Parzellen a je 4 Beete oder 28 Beete insgesamt.

Diese Form der Beete ist natürlich nicht das, was man normalerweise von einer Permakulturgestaltung kennt. Auch gibt es verglichen mit anderen Gestaltungsmustern sehr wenig Beetfläche und viel Wege, das bin ich mir bewusst. Aber wie bereits erwähnt, möchte ich dieses System des Anbaus als Basis verwenden und später mit gemachten Erfahrungen anpassen.