Der erste Teil dieser Reihe zum Thema Kompost findest du hier Der Komposthaufen - Das Herz des Gartens

Grundsätzlich kann alles biologisch abbaubare Material zur Kompostierung verwendet werden.

Je nach Art und Grösse des Materials dauert die Zersetzung aber sehr unterschiedlich lange und liefert unter Umständen nicht das Resultat, das wir uns wünschen.

Was wir im Garten brauchen können ist ein natürlicher Dünger aus Pflanzenresten vom Garten, Küche und Umgebung.

Wir erschaffen wir uns einen eigenen Dünger, der ideal auf unseren Boden abgestimmt ist. Komposterde enthält einen hohen Anteil an Stickstoff, der als Langzeitdünger auf den Boden wirkt. Je nach Ausgangsmaterial ist auch mehr oder weniger Phosphor, Kali, Magnesium, Eisen, Schwefel, Zink und Mangan enthalten.

Ganz einfach gesagt kann man einfach alle anfallenden Reste auf einen Haufen werfen und warten.

Diese Methode funktioniert zwar, kann aber entscheidende Nachteile haben: Es dauert ewig und stinkt zum Himmel.

Um dies zu kontrollieren, gilt es insbesondere das Verhältnis von Stickstoff und Kohlenstoff zu beachten.

Vom Stickstoff und Kohlenstoff Verhältnis

Der ideale Komposthaufen enthält Stickstoff und Kohlenstoff in einem Verhältnis von 1 zu 30.

Der Grund dafür sind die Mikroorganismen, welche das Material umwandeln. Um eine Einheit von Stickstoff verdauen zu können, brauchen sie dreissig Einheiten Kohlenstoff.

Gibt es zuviel Stickstoff im Komposthaufen, beginnt es zu faulen und stinken. Hat es hingegen zu viel Kohlenstoff im Haufen läuft der Umwandlungsprozess viel langsamer ab.

Woher soll ich jetzt aber wissen, wieviel Stickstoff und Kohlenstoff in meinem Material enthalten ist?

Im Allgemeinen lässt sich sagen:

Grünes (frisches) Material ist reich an Stickstoff, braunes (trockenes) Material ist reich an Kohlenstoff.

Der Kohlenstoffgehalt liegt bei etwa 10-20% bei frischem Material und bei 40-50% bei trockenem. Was sich stark unterscheidet sind die Anteile an Stickstoff.

In folgender Tabelle finden sich Richtwerte zu verschiedenen Materialien, welche in deinem Haushalt und Garten anfallen können:

Material Kohlenstoff : Stickstoff
Brennnesseln 7 : 1
Essensreste 17 : 1
Rüstabfälle 25 : 1
Fruchtabfälle 25-40 : 1
Kaffeesatz 25 : 1
Rasenschnitt 17 : 1
Jätabfälle 20 : 1
Gartenabfälle 30 : 1
Trockene Blätter 60-80 : 1
Maisstängel 60 : 1
Stroh, Heu 90 : 1
Sägespäne 500 : 1
Holzspäne, Zweige 700 : 1

Für weitere Materialien ist es oft nützlich die Suchmaschine deiner Wahl zu nutzen und nach z.B. stickstoff kohlenstoff verhältnis brennnessel zu suchen.

Nun sieht diese Kompostierungsgeschichte schon etwas komplizierter aus. Aber genau dafür empfiehlt es sich, dem Kompost im Garten einen guten Platz einzuräumen, wo auch genügend Platz für Materiallagerung vorgesehen ist.

So habe ich jeweils mehrere getrennte Haufen mit Rohmaterialien gehabt und jeweils alle paar Wochen den Komposthaufen um ein paar Schichten erhöht.

Auf eine Schaufel Essensreste habe ich also eine Schaufel Brennnesselschnitt und eine Schaufel trockene Blätter gegeben.

Um es einfach zu rechnen zähle ich die Kohlenstoff:Stickstoff-Verhältnisse zueinander und teile durch die Anzahl Materialien. Also 25:1 + 7:1 + 60:1 = 92:3 / 3 = 30.667:1

So kann man also ausrechnen, dass auf eine Schaufel Holzspäne also etwa 25 Schaufeln Brennnesseln kommen müssen.

Ein weiterer Faktor ist aber auch, dass das Material für die Mikrobakterien gut zugänglich sein muss. Wenn ich ein grosses Stück Holz auf den Kompost werfe mag dies viel Kohlenstoff sein, er ist aber für die Mikroorganismen nicht zugänglich. Daher muss grobes Material immer zerkleinert werden und dann mit dem anderen Material gut vermischt oder in dünnen Lagen aufgeschichtet werden.

Auf jeden Fall sollte der Kompost immer aerob bleiben, das heisst die Mikrobakterien brauchen Luft zum arbeiten. Und um die Luft in den Kompost zu bringen braucht es eine gewisse Menge an trockenem, etwas stabilerem Material welches mit feuchtem gemischt wird.

Wir sehen also, dass hinter einer guten Kompostierung doch etwas Fachwissen steckt. Wenn wir uns aber ein wenig mit dem Thema auseinandersetzen, können wir gute Resultate hinkriegen.

Die üblichen Verhältnisse (Anzahl Schaufeln pro Material) können wir uns nach ein paar Mal merken und das gibt uns genug gute Resultate. Wir möchten schliesslich keinen Kompost unter Laborbedingungen herstellen.

Gehören Bananenschalen, Zitrusfrüchte und Essensreste in den Kompost?

Ich höre immer wieder von vielen Menschen fragen über dieses oder jenes spezifische, was sie nicht kompostieren. Die einen sagen dass Zitrusfrüchte nicht auf den Kompost gehören oder Bananenschalen. In meiner Erfahrung stimmt das überhaupt nicht. Natürlich brauchen einige Dinge länger zum kompostieren, dagegen kann man aber gut Abhilfe schaffen, indem man Zeug kleinschneidet.

Beim arbeiten mit Kompost, zum Beispiel beim Umgraben oder sieben entdeckt man dann jeweils sehr schnell, was wohl noch etwas länger braucht. So habe ich schon ganze Randen / Rote Bete im Kompost gefunden, die innen drin noch so gut wie neu ausgesehen haben, obwohl sie über ein halbes Jahr im Kompost lagen. Daher alles einfach in kleinere Stücke schneiden und dann kompostiert es sich ohne Probleme.

Natürlich kann man jetzt darüber streiten, ob zum Beispiel gespritzte Orangenschalen in den Kompost gehören.

Meiner Meinung nach gehört sowas schon gar nicht erst ins Haus und dann hat sich das Problem auch erledigt. Aber das muss jeder selbst entscheiden.